Schützen Sie sich vor schwarzen Schafen der Branche

23.06.2015


Sie haben sich ausgesperrt und wissen nun nicht weiter? Die Meinung zu Schlüsseldiensten ist bei Otto Normal nicht sehr gut, sie genießen einfach keinen guten Ruf. Doch worauf kommt es also im Ernstfall an? Worauf sollte man bei einem Schlüsseldienst achten?

Eine Tür fällt ins Schloss und der Schlüssel liegt in der Wohnung. Nach einer Party ist der Autoschlüssel plötzlich nicht mehr aufzufinden und die Heimfahrt nicht mehr möglich. Der Schlüssel für den Tresor ist spurlos verschwunden. Er kann nicht mehr geöffnet werden. Diese Szenarien passieren jeden Tag immer wieder. Dann hilft meist nur noch der Schlüsseldienst.

Viele Schlüsseldienste werben in ihren Hochglanzprospekten mit besonders günstigen Türöffnungen und einem zerstörungsfreiem Öffnen jeder Tür. Dies ist jedoch nur in wenigen Fällen zutreffend. Denn nur zugefallene Türen lassen sich leicht und ohne Beschädigung öffnen. Bei allen anderen ist dies schon deutlich schwerer.

Zur Öffnung eines Türschlosses, ohne dieses zu beschädigen, gibt es jedoch eine spezielle Methode - den so genannten Elektropick. Dies funktioniert aber nicht bei Markenzylindern mit höherer Sicherheitsrelevanz, nur bei preisgünstigen Schlosszylindern, die nicht versperrt sind. Ist letzteres doch der Fall oder das Schloss ein hochwertiges, ist es meist nicht möglich, die Tür zerstörungsfrei zu öffnen.

Achten Sie auf Festpreise

Wer nicht mehr in seine Wohnung kommt und deshalb den Schlüsseldienst ruft, ahnt meist schon, dass es teuer wird. Das ist auch in Ordnung - zumindest bis zu einer gewissen Grenze. Was darauf folgt, ist Wucher. Nur wie kann man sich gegen die schwarzen Schafe der Schlüsseldienstherde wehren.

Schlüsseldienste dürfen nicht jeden beliebig hohen Preis von ihren Kunden einfordern. Hat man telefonisch keinen Festpreis vereinbart, gilt automatisch der ortsübliche Preis. Dieser kann zum Beispiel bei der Handwerkskammer erfragt werden. Aber auch das Vergleichen der Preise verschiedener Schlüsseldienste ist nicht verkehrt. So hat man im Ernstfall einen Vergleichswert.

Übersteigt der Preis dann das ortsübliche Maß deutlich, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um Wucher handelt. In so einem Fall wäre der Vertrag mit dem Schlüsseldienst unwirksam und die Rechnung muss nicht bezahlt werden - allenfalls in Höhe des berechtigten Rechnungsbetrages. Ist der Betrag jedoch bereits beglichen, wird es schwer, Wucher vor Gericht nachzuweisen, geschweige denn den Betrag zurückzufordern. Erst recht, wenn man bereits während der Arbeit des Monteurs ahnte, dass dessen Preis zu hoch ist.

Daher ist es ratsam hier zumindest auf der Rechnung des Schlüsseldienstes „Zahlung unter Vorbehalt der Rückforderung“ zu notieren und, wenn möglich, für einen Zeugen zu sorgen. So hat man vor Gericht ggf. eine Chance und noch mal Glück im Unglück.