Schlüsselwissen - Bohrmuldenschlüssel

29.01.2016


Schlüsselwissen - Bohrmuldenschlüssel

Eines der beliebtesten Schließ­systeme - Der Bohrmuldenschlüssel in der Wende­schlüssel­technologie gehört zu den beliebtesten Schließ­systemen. Erfunden wurde das zugehörige Verfahren erstmalig 1934 in der Schweiz von Fritz Schori, der für Kassenbauer, später bekannt als KABA arbeitete. Ernst Keller ließ 1958 ein Zylinderschloss patentieren. Er gründete die Firma KESO (Keller & Sohn). Beide Firmen, KESO und KABA sind die Vorreiter der Bohrmuldentechnologie und bis heute ohne Zweifel die Marktführer unter den Wendeschlüsselsystemen.

Dem Wachstum im Schließanlagen-Objektgeschäft sind nach jahrzehntelanger erfolgreicher Entwicklung jedoch Grenzen gesetzt. Nun entscheidet nur noch der Preis. Hochwertige Wendeschlüsselsysteme mit Bohrmuldenschlüsseln kosten heute beinahe so viel wie elektronische Schließzylinder. Denn auch der teure Bohrmuldenzylinder muss beim Verlust des Schlüssels ersetzt werden. Mittlerweile wird das Verfahren von vielen Herstellern in puncto Bauform verändert und vereinfacht. Kunden bekommen daher mittlerweile sehr preiswerte Wendeschlüsselsysteme.

Äußerlich kommt der Bohrmuldenschlüssel dem gewöhnlichen Profilzylinderschlüssel sehr nahe. Jedoch besitzt er statt Kanteneinschnitte Bohrungen auf beiden Seiten. Diese Bohrmulden - daher auch der Name - sind unterschiedlich tief und geformt, was dem Schlüssel sein besonderes Äußeres verleiht. Eine ebenfalls sehr verbreitete Form, welche die Sicherheit nochmals erhöht, ist die Kombination sowohl aus Einschnitten als auch aus Bohrmulden.

So funktioniert ein Wendeschlüssel

Der Bohrmuldenschlüssel gehört zur Obergruppe der Wendeschlüssel, sein Profil ist mit den Bohrungen somit auf beiden Seiten gleich. Eine praktische Tatsache, wenn man es einmal einlig hat - einfach den Schlüssel ins Schloss stecken, egal wie rum.

Das Bohrmuldenschloss gehört zu den Stiftschlössern, was bedeutet, dass seine Stifte nach dem Schlüsseleinschub in die eingefrästen Vertiefungen rutschen. Auf diese Weise lässt sich das Schloss ent-/verriegeln. Durch die unterschiedlichen Reihenfolgen der einzelnen Mulden auf dem Schlüssel lassen sich zahlreiche Kombinationen herstellen und so sehr individuelle Schlüssel anfertigen. Und genau diese Einzigartigkeit machen das Bohrmuldenschloss so sicher. Nur bei exakter Stiftpositionierung lässt es sich öffnen.

Aus diesem Grund sollte man den Schlüsseldienst in Notlagen, wie dass man sich ausgesperrt hat und nun vor seiner Haustür wartet, darüber informieren. Zum Öffnen eines solchen Sicherheitsschlosses benötigt der Schlüsseldienst spezielles Werkzeug und in der Regel etwas mehr Zeit als bei einer zugefallenen Tür mit einfachem Schloss.

Vorteile auf einen Blick

  • Je mehr Lochreihen vorhanden sind, desto weniger Erfolg hat man mit "Schlossknack"-Techniken wie z.B. dem Lockpicking.
  • Der Schlüssel ist vollkommen gradfrei, wirkt hochwertiger und sicherer.
  • Der Schlüssel kann zudem von beiden Seiten in den Schlüsselkanal eingeführt werden.
  • Der Schlüssel ist stabiler, der er nicht durch die sonst üblichen tiefen Einschnitte im Querschnitt geschwächt wird.